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Die
Dekoration des Zuschauerraums der neuen Fenice
(Venedig 2002-2003)
Die Dekorationsmalerei des Saales gehört zu einer Gesamtkomposition,
in der sich Malerisches mit Goldreliefen verflicht. Gegenseitig
vervollständigen die beiden Elemente einander. Bildhauer,
Schnitzer, Meister des Pappmachès und Vergolder haben
sich gemeinsam, in geduldiger Zusammenarbeit an der Rekonstruktion
beteiligt. Mit Ausnahme der Flächen des ersten Ranges und
des Innenraumes der Königsloge, die andere Maler übernommen
haben, haben wir die Dekorationen der Decke, des Proszeniums
und der Brüstungen der Ränge gestaltet.
Wir haben uns auch um eine Reihe von vorbereitenden Studien
und Arbeiten gekümmert:
- Das Digitalmodell des Deckengewölbes
- Das Deckenmodell in einer Skala 1:10
- Die Gesamtrekonstruktin der Deckendekoration
- Die Enwürfe aller malerischen Elemente und Modelle
der Kuppel in einer Skala 1:1
Die
Dokumentation - Die
Skizzen und die Originalfarben - Der
Bau -
Die Realisierung der Decke
Die Realisierung der Ränge und des
Proszeniums
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Die
Skizzen und die Originalfarben
Die Fotografien konnten keine Gewissheit über die
Farben geben.
Man musste zu einer neuen Einstellung kommen. Das Theater
würde dem Original nicht identisch sein, es würde
es aber ins Gedächtnis zurückrufen.
Die sanften und homogenen Farben des alten Saales waren
das Ergebnis der Zeit, die vergangen war. Die neuen Farben
konnten unmöglich den Schleier, der sie überdeckt
hatte, reproduzieren. Die Patina wird sich mit dem Vergehen
der Jahre neu bilden müssen.
Die Skizzen von Mauro Carosi umschreiben ein neues Gleichgewicht,
sie sind das Ergebnis einer geduldigen Analyse mehr von
Indizien als von Gewissheiten - eine möglichst philologische
Rekonstruktion - den Rest haben die Erfahrung und das
Feingefühl des Bühnenbildners getan. Er stellte
ein Bezugsperson, den Anhaltspunkt dar, der nötig
war, um die Arbeit der einzelnen Werkstätten in Einklang
zu bringen, die gleichzeitig die Vergoldungen, die Malereien
und die Stoffe herstellten.
Der
Bau
1854, zur Zeit des Meduna, haben die Dekorateure im Inneren
des Saales siebzehn Jahre nach dem Brand von 1836 gearbeitet,
bevor das Theater wieder eröffnet wurde.
Im Frühjahr 2002 war die Situation anders. Die Firmen,
die sich für das Projekt zusammengetan hatten und
die von der SACAIM geleitet und koordiniert wurden, sollten
das Theater bis zum 14. Dezember 2003 übergeben.
Die Zeit war äußerst knapp berechnet.
Die Arbeiten an der Dekoration erforderten sehr viel Zeit.
Dies war mit dem Bau und seinen Zeiten nicht zu vereinbaren.
So sah die Planung z.B. für die Bemalung der Decke
nur ein Maximum von vierzig Tagen und einen kleinen Spielraum
von wenige Tagen für die Anbringung des Pappmachés
vor. Deshalb entschied man einen Teil der Arbeiten außerhalb
des Theaters zu verwirklichen. So wurde die Aktivität
im Inneren des Zuschauerraums auf ein Minimum reduziert.
Der Großteil der Dekorationen sollte in der Werkstatt
realisiert werden, während die Flächen im Theater
im Rahmen der Restaurierung vorbereitet wurden, um sie
dann aufzunehmen. Die Voraussetzungen waren besonders,
dementsprechend forderten sie unübliche Techniken
und außergewöhnliche organisatorische Lösungen.
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Die
Verwirklichung der Decke
Die Dekoration bedeckt eine Fläche von zirka zweihundertachtzig
Quadratmetern und ist nach einem geometrischen Schema
organisiert, das jedes Element bemisst und ihm seinen
Platz zuteilt.
Dies hatte zur Folge, dass die Arbeiten außerhalb
einer sehr genauen Vorarbeit bedurften, denn waren die
Dekorationselemente erst einmal fertiggestellt, gab es
nur noch einen ganz geringen Spielraum, um sie zu verändern
bzw. anzupassen.
Die neue Oberfläche der Deckenwölbung
Im Juli 2002 haben wir mit der Zeichnung der Dekorationen
begonnen, obwohl die Decke noch nicht wieder hergestellt
war.
Um die Kurvung des Putzes zu bemessen, haben wir auf der
Basis der im Generalplan angegebenen Maße ein synthetisches
3D-Modell hergestellt; die digitale Simulation berechnete
auch die Rüstbögen der Kuppelstruktur und ihre
Verteilung. Mit den so erhaltenen Daten haben wir ein
Modell in Skala 1:10 gebaut, an dem die Zeichnungen der
Dekorationen angebracht wurden. Gleichzeitig bestimmten
die Erbauer mit Hilfe des digitalen Modells das Bauprojekt
der neuen Decke und begannen mit der Verwirklichung.
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Die
neue Dekoration - Das Schema der Deckenkomposition
ist das Ergebnis einer Reihe von geometrischen Kunstgriffen,
die Meduna angewandt hat, um die Effekte der Rundungen
und der Tiefen zu akzentuieren.
Zwei Zeichen, die ineinander übergehen: die hufeisenförmigen
Pflanze für den äußeren Bereich und der
Kreis für den zentralen Teil. Alle Dekorationselemente
entwickeln sich nach einander wiederholenden Schemen,
die entweder auf die eine oder auf die andere Form zurückführen.
Die Entwürfe - Während die Rekonstruktion
des Generalschemas aufgrund einer guten Anzahl von Fotographien
keine besonderen Schwierigkeiten bereitet hat, hat die
Detailzeichnung oft ein deduktives Vorgehen erfordert:
die Analyse der scharfen Einzelheiten, die Vertiefung
des Stils und der immer wiederkehrenden Charaktere, die
ihn bestimmten, die Übertragung auf die Teile, die
nicht dokumentiert waren. Nach diesem Prinzip und nach
der Kästchenmethode sind die Verzierungen und die
Figuren in einer Skala 1:1 nachgezeichnet worden.
Die Malereien und die plastischen Dekorationen der Decke
sind Bestandteile eines einzigen Entwurfes; neben den
gemalten Teilen haben wir dementsprechend auch die Entwürfe
für die Reliefdekorationen rekonstruiert und auf
vierzig Tafeln in realer Größe zusammengetragen,
damit sie dann von den Bildhauern modelliert werden konnten. |
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Bild
Werkstatt - Die Malarbeiten in der Werkstatt
Ein Teil der Malereien sind auf Leinwand erfolgt. Bei
den größeren Elemente hat es dabei eine feinere
Detaildefinition gegeben. Ansonsten ist dieselbe Technik
angewandt worden wie bei der Bühnenbildnerei. |
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Bild
Theater - Die Malarbeiten im Theater Auch die
Malereien, die direkt im Theater angefertigt wurden, erforderten
eine Vorarbeit in der Werkstatt. So sind das Schema der
konzentrischen Kreise auf dem nuancierten Grund und die
Farben die ihre Gradation zusammensetzen, wie auch die
erste Phase der Deckenmalerei hier vonstatten gegangen.
Dasselbe Kriterium ist bei der Dekorationsmalerei der
vergoldeten Pflanzen angewandt worden, die den nuancierten
Grund bedecken. In diesem Fall ist ein enormer zusammensetzbarer
Stempel konstruiert worden, der das gesamte
Bild in seiner realen Größe reproduzierte;
erst einmal im Theater hat man die verschiedenen Seiten
des Stempels benutzt, um die Abdrucke schnell auf die
Decke zu übertragen. Die Malerei ist dann mit der
gewöhnlichen Technik ausgeführt worden: eine
mit dem Pinsel aufgetragene goldene Schraffierung. |
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