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THÉÂTRE DE L'ATHÉNÉÉ
DEKORATIONEN
GRAN TEATRO LA FENICE
REGENSBURG THEATER
 
Die Dekoration des Zuschauerraums der neuen Fenice (Venedig 2002-2003)

Die Dekorationsmalerei des Saales gehört zu einer Gesamtkomposition, in der sich Malerisches mit Goldreliefen verflicht. Gegenseitig vervollständigen die beiden Elemente einander. Bildhauer, Schnitzer, Meister des Pappmachès und Vergolder haben sich gemeinsam, in geduldiger Zusammenarbeit an der Rekonstruktion beteiligt. Mit Ausnahme der Flächen des ersten Ranges und des Innenraumes der Königsloge, die andere Maler übernommen haben, haben wir die Dekorationen der Decke, des Proszeniums und der Brüstungen der Ränge gestaltet.

Wir haben uns auch um eine Reihe von vorbereitenden Studien und Arbeiten gekümmert:
- Das Digitalmodell des Deckengewölbes
- Das Deckenmodell in einer Skala 1:10
- Die Gesamtrekonstruktin der Deckendekoration
- Die Enwürfe aller malerischen Elemente und Modelle
  der Kuppel in einer Skala 1:1


Die Dokumentation - Die Skizzen und die Originalfarben - Der Bau -
Die Realisierung der Decke Die Realisierung der Ränge und des Proszeniums








  Die Dokumentation

Die Getreue einer Reproduktion hängt im Wesentlichen von der Qualität der Dokumentation ab. Die Dekoration der Fenice konnte nur dank einer guten Fotodokumentation wiederhergestellt werden. Die originalen Pläne und Entwürfe hätten nicht gereicht. Sie wichen zu sehr von der Realität ab. Man hatte während der Erbauung immer wieder Änderungen vorgenommen.
Das Fotomaterial war von guter Qualität und dennoch unvollständig. Viele Stellen der dekorierten Flächen konnten nur dank extremer Vergrößerungen ausgemacht werden, diese führten allerdings dazu, dass die Bilder oft recht unscharf waren
.


  Die Skizzen und die Originalfarben

Die Fotografien konnten keine Gewissheit über die Farben geben.
Man musste zu einer neuen Einstellung kommen. Das Theater würde dem Original nicht identisch sein, es würde es aber ins Gedächtnis zurückrufen.
Die sanften und homogenen Farben des alten Saales waren das Ergebnis der Zeit, die vergangen war. Die neuen Farben konnten unmöglich den Schleier, der sie überdeckt hatte, reproduzieren. Die Patina wird sich mit dem Vergehen der Jahre neu bilden müssen.
Die Skizzen von Mauro Carosi umschreiben ein neues Gleichgewicht, sie sind das Ergebnis einer geduldigen Analyse mehr von Indizien als von Gewissheiten - eine möglichst philologische Rekonstruktion - den Rest haben die Erfahrung und das Feingefühl des Bühnenbildners getan. Er stellte ein Bezugsperson, den Anhaltspunkt dar, der nötig war, um die Arbeit der einzelnen Werkstätten in Einklang zu bringen, die gleichzeitig die Vergoldungen, die Malereien und die Stoffe herstellten.


Der Bau

1854, zur Zeit des Meduna, haben die Dekorateure im Inneren des Saales siebzehn Jahre nach dem Brand von 1836 gearbeitet, bevor das Theater wieder eröffnet wurde.
Im Frühjahr 2002 war die Situation anders. Die Firmen, die sich für das Projekt zusammengetan hatten und die von der SACAIM geleitet und koordiniert wurden, sollten das Theater bis zum 14. Dezember 2003 übergeben. Die Zeit war äußerst knapp berechnet.
Die Arbeiten an der Dekoration erforderten sehr viel Zeit. Dies war mit dem Bau und seinen Zeiten nicht zu vereinbaren. So sah die Planung z.B. für die Bemalung der Decke nur ein Maximum von vierzig Tagen und einen kleinen Spielraum von wenige Tagen für die Anbringung des Pappmachés vor. Deshalb entschied man einen Teil der Arbeiten außerhalb des Theaters zu verwirklichen. So wurde die Aktivität im Inneren des Zuschauerraums auf ein Minimum reduziert. Der Großteil der Dekorationen sollte in der Werkstatt realisiert werden, während die Flächen im Theater im Rahmen der Restaurierung vorbereitet wurden, um sie dann aufzunehmen. Die Voraussetzungen waren besonders, dementsprechend forderten sie unübliche Techniken und außergewöhnliche organisatorische Lösungen.

 




  Die Verwirklichung der Decke

Die Dekoration bedeckt eine Fläche von zirka zweihundertachtzig Quadratmetern und ist nach einem geometrischen Schema organisiert, das jedes Element bemisst und ihm seinen Platz zuteilt.
Dies hatte zur Folge, dass die Arbeiten außerhalb einer sehr genauen Vorarbeit bedurften, denn waren die Dekorationselemente erst einmal fertiggestellt, gab es nur noch einen ganz geringen Spielraum, um sie zu verändern bzw. anzupassen.

Die neue Oberfläche der Deckenwölbung – Im Juli 2002 haben wir mit der Zeichnung der Dekorationen begonnen, obwohl die Decke noch nicht wieder hergestellt war.
Um die Kurvung des Putzes zu bemessen, haben wir auf der Basis der im Generalplan angegebenen Maße ein synthetisches 3D-Modell hergestellt; die digitale Simulation berechnete auch die Rüstbögen der Kuppelstruktur und ihre Verteilung. Mit den so erhaltenen Daten haben wir ein Modell in Skala 1:10 gebaut, an dem die Zeichnungen der Dekorationen angebracht wurden. Gleichzeitig bestimmten die Erbauer mit Hilfe des digitalen Modells das Bauprojekt der neuen Decke und begannen mit der Verwirklichung
.

 








  Die neue Dekoration - Das Schema der Deckenkomposition ist das Ergebnis einer Reihe von geometrischen Kunstgriffen, die Meduna angewandt hat, um die Effekte der Rundungen und der Tiefen zu akzentuieren.
Zwei Zeichen, die ineinander übergehen: die hufeisenförmigen Pflanze für den äußeren Bereich und der Kreis für den zentralen Teil. Alle Dekorationselemente entwickeln sich nach einander wiederholenden Schemen, die entweder auf die eine oder auf die andere Form zurückführen.

Die Entwürfe - Während die Rekonstruktion des Generalschemas aufgrund einer guten Anzahl von Fotographien keine besonderen Schwierigkeiten bereitet hat, hat die Detailzeichnung oft ein deduktives Vorgehen erfordert: die Analyse der scharfen Einzelheiten, die Vertiefung des Stils und der immer wiederkehrenden Charaktere, die ihn bestimmten, die Übertragung auf die Teile, die nicht dokumentiert waren. Nach diesem Prinzip und nach der Kästchenmethode sind die Verzierungen und die Figuren in einer Skala 1:1 nachgezeichnet worden.
Die Malereien und die plastischen Dekorationen der Decke sind Bestandteile eines einzigen Entwurfes; neben den gemalten Teilen haben wir dementsprechend auch die Entwürfe für die Reliefdekorationen rekonstruiert und auf vierzig Tafeln in realer Größe zusammengetragen, damit sie dann von den Bildhauern modelliert werden konnten.
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  Bild Werkstatt - Die Malarbeiten in der Werkstatt – Ein Teil der Malereien sind auf Leinwand erfolgt. Bei den größeren Elemente hat es dabei eine feinere Detaildefinition gegeben. Ansonsten ist dieselbe Technik angewandt worden wie bei der Bühnenbildnerei.
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  Bild Theater - Die Malarbeiten im Theater – Auch die Malereien, die direkt im Theater angefertigt wurden, erforderten eine Vorarbeit in der Werkstatt. So sind das Schema der konzentrischen Kreise auf dem nuancierten Grund und die Farben die ihre Gradation zusammensetzen, wie auch die erste Phase der Deckenmalerei hier vonstatten gegangen.
Dasselbe Kriterium ist bei der Dekorationsmalerei der vergoldeten Pflanzen angewandt worden, die den nuancierten Grund bedecken. In diesem Fall ist ein enormer zusammensetzbarer „Stempel“ konstruiert worden, der das gesamte Bild in seiner realen Größe reproduzierte; erst einmal im Theater hat man die verschiedenen Seiten des Stempels benutzt, um die Abdrucke schnell auf die Decke zu übertragen. Die Malerei ist dann mit der gewöhnlichen Technik ausgeführt worden: eine mit dem Pinsel aufgetragene goldene Schraffierung.
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  Die Realisierung der Ränge und des Proszeniums

Girlanden, Blumen, Putten und Stoffe sind die Themen, die sich auf den Brüstungen der Ränge und auf dem Proszenium wiederfinden. Die Zeichnungen und Malereien wurden in der Werkstatt ausgeführt und dann im Theater verklebt.
Die Fläche der Ränge und des Proszeniums, die wir bemalt haben, breitet sich auf circa zweihundert Quadratmetern aus.

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